Gesetzliche Rauchwarnmelderpflich in Baden-Württemberg

10.05.2015
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Rauchwarnmelder retten Leben !

200.000 Brände werden den Notrufzentralen in ganz Deutschland jährlich gemeldet…

Ca. 20.000 davon sind es allein in Baden-Württemberg…

Dabei verunglücken rund 600 Menschen tödlich, Tausende werden schwer verletzt…

Beinahe jedes 3. Brandopfer ist ein Kind

Von den entstehenden Sachschäden, die sich in ganz Deutschland jährlich auf über eine Milliarde Euro alleine im Privatbereich belaufen, ganz abgesehen.

40 % dieser Brände entstehen in Privathaushalten, 60 % im Industrie- und Gewerbebereich. Jedoch sind es über 80 % der Brandtoten, die im Wohnbereich ihr Leben verlieren.

Rund zwei Drittel aller Brandopfer werden nachts im Schlaf von den Flammen überrascht. Dabei fallen 95% aller Brandtoten nicht den Flammen selbst zum Opfer, sondern sie sterben an einer Rauchgasvergiftung.

Ursache : Im Schlafzustand ist der Geruchssinn des menschlichen Organismus vollständig deaktiviert – giftiger Brandrauch wird somit nicht vom Körper wahrgenommen, die Opfer verlieren das Bewusstsein und ersticken im Schlaf innerhalb kürzester Zeit an einer Rauchgasintoxikation.

Bereits drei Atemzüge des hochgiftigen Brandrauchs führen in der Regel zum Tod.

Dies alles sind erschreckende und zugleich höchst alarmierende Zahlen und Fakten ! Es ist also höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen und diesen Zahlen und Statistiken entgegen zu wirken. Brände verhindern und Menschenleben schützen ! Dies kann schon durch denkbar einfachste Mittel geschehen ….

Durch den Einbau von Rauchwarnmeldern

Rauchwarnmelder erkennen Entstehungsbrände frühzeitig und warnen auch im Schlaf durch ein lautes akustisches Signal zuverlässig vor giftigem Brandrauch. Dies verschafft Ihnen die erforderliche Zeit, um sich selbst und andere rechtzeitig in Sicherheit zu bringen und die Feuerwehr zu rufen.

Statistiken zeigen, Rauchwarnmelder schützen zuverlässig und retten im Notfall Leben und Eigentum !

Der Landtag von Baden-Württemberg hat am 16. Juli 2013 eine Rauchwarnmelderpflicht für Gebäude beschlossen, was per Gesetz am 22. Juli 2013 schriftlich verabschiedet wurde : Ab sofort müssen alle Neubauten mit Rauchwarnmeldern ausgestattet werden, in bestehenden Gebäuden müssen diese bis spätestens Ende 2014 installiert sein.

GESETZ ZUR ÄNDERUNG DER LANDESBAUORDNUNG :

Die Landesbauordnung in der Fassung vom 5. März 2010 (GBl. S. 357, ber. S. 416), geändert durch Artikel 70 der Verordnung vom 25. Januar 2012 (GBl. S. 65, 73) wird wie folgt geändert :

§15 wird folgender Absatz 7 angefügt :

„(7) Aufenthaltsräume, in denen bestimmungsgemäß Personen schlafen, sowie Flure, über die Rettungswege von solchen Aufenthaltsräumen führen, sind jeweils mit mindestens einem Rauchwarnmelder auszustatten. Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Eigentümerinnen und Eigentümer bereits bestehender Gebäude, in denen sich solche Aufenthaltsräume befinden, sind verpflichtet, diese bis zum 31. August 2014 entsprechend auszustatten. Rauchwarnmelder in Nutzungseinheiten, die nicht ausschließlich dem Wohnen dienen, sind abweichend von Satz 3 bis zum 31. Dezember 2014 nachzurüsten. Sie Sicherstellung und Betriebsbereitschaft obliegt den unmittelbaren Besitzern, es sei denn, der Eigentümer übernimmt die Verpflichtung selbst.“

Ab wann gilt die Verpflichtung ?

Das Gesetz zum Einbau von Rauchwarnmeldern wurde am 22. Juli 2013 im Gesetzblatt offiziell verkündet. Damit gilt : Alle Gebäude, deren Baugenehmigung nach diesem Tag erteilt wurde unterliegen der Pflicht, Warngeräte einzubauen. Für Bauten, welchen keine Baugenehmigung erteilt wurde (so z.B. im Kenntnisgabeverfahren) gilt diese Verpflichtung ebenso, sofern das Gebäude bis zum genannten Tag noch nicht bezugsfertig war. Alle anderen Gebäude gelten als Bestandsgebäude und müssen bis 31. Dezember 2014 ebenfalls mit Rauchwarnmeldern ausgestattet (Nachrüstung) werden.

Wer ist für Einbau und Betriebsbereitschaft der Geräte verantwortlich ?

Der Einbau bzw. Austausch ggf. nicht mer funktionstüchtiger Rauchmelder sowie der rechtzeitige Batteriewechsel obliegt bei neuen Gebäuden den Bauherrinnen und Bauherren. Bei Bestandsgebäuden sind Eigentümerinnen oder Eigentümer für den Einbau der Geräte verantwortlich. Die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft obliegt den unmittelbaren Besitzerinnen und Besitzer, es sei denn, die Eigentümerin oder der Eigentümer übernimmt diese Verpflichtung selbst.

Der Einbau der Melder ist verfahrensfrei !

Was gilt für Mietwohnungen ?

Bei Mietwohnungen liegt die Verantwortung über den Einbau der Rauchwarnmelder in der Regel bei der Mieterin oder beim Mieter selbst als Wohnungsbesitzer/in. Ausnahme : Die Eigentümerin oder der Eigentümer übernimmt die Verpflichtung.

BESONDERE BEHÖRDLICHE ÜBERPRÜFUNGEN DES EINBAUS, DIE ÜBER DIE ALLGEMEINE BAUAUFSICHT HINAUSGEHEN, SOWIE WIEDERKEHRENDE KONTROLLEN SIND NICHT VORGESEHEN. ES LIEGT IN DER VERANTWORTUNG DER JEWEILIGEN VERPFLICHTETEN, FÜR DIE INSTALLATION SOWIE FÜR DIE BETRIEBSBEREITSCHAFT DER RAUCHWARNMELDER SORGE ZU TRAGEN.

In welchen Räumen müssen Rauchwarnmelder installiert werden ?

Die Standortwahl ist ein sehr wichtiger Faktor, denn nur am richtigen Ort kann das Gerät rechtzeitig und zuverlässig den Alarm auslösen. So sind alle Aufenthaltsräume, in denen bestimmungsgemäß Personen schlafen sowie Rettungswege von solchen Aufenthaltsräumen in derselben Nutzungseinheit (z.B. Fluren und Treppenhalb innerhalb von Wohnungen) sind jeweils mit mindestens einem Rauchwarnmelder auszustatten. Zu solchen Aufenthaltsräumen zählen Schlafzimmer, Kinderzimmer oder Gästezimmer, insbesondere in Wohnungen aber auch in anderen Gebäuden unterschiedlichster Nutzung, so zum Beispiel in Hotels/Gasthöfen, in Gemeinschaftsunterkünften sowie in Heimen oder Kliniken. Wer einen Rundum-Schutz in Anspruch nehmen will, kann auch in den restlichen Räumen wie z.B. im Wohnzimmer und Arbeitszimmer, Hauswirtschaftsraum etc. Rauchwarnmelder anbringen.

In der Küche bzw. im Bad ist eine Installtation eines Rauchmelders aber nicht ratsam, da hier Wasserdampf zu häufigen und ungewollten Fehlalarmen führen kann ! Das schlägt sich widerum in der Lebensdauer der Melder nieder. Wer für solche Räume einen präventiven und passenden Schutz sucht, sollte hier auf einen Wärmemelder zurückgreifen. Wärmemelder sind wesentlich unanfälliger gegenüber Staub, Dampf, Schmutz usw. , da diese im Regefall erst ab Temperaturen über 58°C auslösen.

In welcher Weise müssen Rauchmelder installiert werden – Die optimale Raum-Position

Rauchwarnmelder müssen so eingebaut und installiert werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. In Privat-Haushalten sollten Rauchmelder immer unter der Zimmerdecke installiert werden, da die heißen Gase und der toxische Brandrauch immer nach oben steigt. Ideal ist hierfür somit die Raummitte. Genaue Detailangaben sowie Montage- und Wartungsanleitungen sind in den Herstellerhinweisen angegeben, die bei jedem Rauchwarnmelder mitgeliefert werden. In der Regel lassen sich die Geräte mit wenigen Schrauben und Dübeln, die den Rauchwarnmeldern ebenfalls beiliegen, montieren. Oft besteht – je nach Hersteller – alternativ auch eine Befestigungsmöglichkeit durch Klebe- oder Magnetpads.

Welche Eigenschaften müssen die zu installierenden Rauchwarnmelder haben ?

Bei jedem Kauf von Rauchwarnmeldern sollte man unbedingt auf die Fertigung und Zertifizierung nach der DIN-Norm EN 14604 achten, die in Deutschland von der VdS Schadenverhütung GmbH und dem TÜV Kriwan ausgestellt wird. Somit ist garantiert, dass sämtliche Bauteile, Geräte und Systeme den höchten Prüfstandarts und Vorschriften entsprechen.

Was legt die DIN-Norm EN 14604 fest ?

– Dass jeder zertifizierte Rauchmelder über eine Prüftaste verfügen muss

– Dass jeder zertifizierte Rauchmelder über ein akustisches Signal verfügt, das 30 Tage vor Entladung den niedringen Bateriestand ankündigt

– Dass jeder zertifizierte Rauchmelder über einen Alarm verfügt, der eine Lautstärke von mindestens 85 dB(A) haben muss

Welche Kosten entstehen dabei für Haushalte ?

Bei der Einführung der Rauchmelderpflicht entstehen geringfügige Kosten für die Installation der Geräte. Diese liegen für den Kauf und die Installation im unteren zweistelligen sowie für die laufenden Betriebs- und Warungskosten im unteren einstelligen Euro-Bereich pro Jahr.

Rauchmelder gibt es in den unterschiedlichsten Größen, Formen und Farben. Das Preissgement reicht von ca. 5 bis über 100 Euro. Oftmals helfen schon billige, geprüfte Rauchmelder z.B. aus dem Baumarkt im preislichen Rahmen zwischen 5 und 10 Euro, leben zu retten. Wer jedoch auf der ganz sicheren Seite sein möchte und auch Wert auf Optik und Design legt, der sollte sich etwas höherwertige Rauchwarnmelder zulegen. Diese liegen in der Regel preislich zwischen ca. 20 und 40 Euro pro Stück und können mühelos im Elektrofachhandel oder bei seriösen Internetanbietern sowie bei Brandschutz-Fachfirmen etc. erworben werden.

„Haben Sie auch einen Schutzengel zuhause ?“

Helfen Sie Leben zu retten !

Schützen Sie sich und Ihr Eigentum – durch Rauchwarnmelder.

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